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Winter in Kamerun

So, jetzt habe ich den Salat. In zwei Monaten häuft sich nämlich auch in Kamerun einiges an und das jetzt in einen lesbaren Text zu verwandeln ist fast so schwierig wie Couscous rühren. Nein, ich spreche nicht von diesen reisartigen Körnchen. Hier in Kamerun meint man damit eine zu handgroßen Bollen geformte Mischung aus wahlweise Hirse- oder Maismehl mit Wasser. Und beim Chorfestival durfte ich Nazara auch mal probieren diesen riesigen Kessel umzurühren. Ich bekam meinen einen Meter langen Kochlöffel nur unter größter Kraftanstrengung durch die Pampe gezogen. Dabei sollte man möglichst noch aufpassen nicht in das Feuer zu treten und wer Lungen hat, die auch noch aus rauchgeschwängerter Luft (man kocht in einer winzigen Hütte mit nur einem wirklich minikleinen Fenster) Sauerstoff entziehen können, ist eindeutig besser dran. Anschließend wurde dann jeweils zu zehnt von einem großen Teller (eher Tablett) gegessen. Das schwierigste war, sich nicht anmerken zu lassen, dass man sich am Couscous die Finger verbrennt. Messer, Gabel und Löffeln verhindern bei uns Weißis nämlich jegliche Abhärtung gegen Kochtopftemperiertes Essen. Da fühlen sich die Blicke der über 1000 Kameruner gleich nicht mehr so brennend an, wenn man als einzige Weiße im Saal mit seinem Chor auf der Bühnen versucht gleichzeitig zu singen und komplizierte Tanzschritte zu absolvieren. Aber schließlich hatte ich am Morgen genügend Zeit gehabt um mich innerlich darauf einzustellen Attraktion des Tages zu sein. 1 ½ Stunden durfte ich warten bis auch der letzte afrikanische Knödel endlich eingetrödelt war und die Fahrt auf der Ladefläche losgehen konnte. Ansonsten hatte ich aber eine recht gewöhnliche Weihnachtszeit. Dass Weihnachten in keinem Sinne weiß war, konnte ich darüber schier vergessen. Und blauer Himmel bei 38°C im Schatten statt einer frostig grauen Luft ist auch echt nichts so schlimmes. Wollsocken habe ich ja trotzdem getragen. Dank Räuchermännchen, Weihnachtspyramidchen, Krippenweg (aus Playmobil), vielen, vielen Plätzchen (schon mal mit Gasofen gebacken?), Rolf Zuckowskis Weihnachtsmusik und endlich mal genügend Zeit war ich mir nämlich trotzdem stets der Adventszeit bewusst; vielleicht sogar mehr denn je. Heilig Abend bewunderten wir unseren selbst gezimmerten Weihnachtsbaum und gingen dann am Lagerfeuer Grillen und Stockbrot rösten. Untermalt wurde das ganze von Trommelschlägen und Gesang aus der Nachbarschaft – die Dorfjugend feierte in den Geburtstag rein. Am 25. reihte auch ich mich in den Reigen aus bunten Gewändern ein und tanzte lachend durch den von unseren Füßen aufgewirbelten Staub. Und dann wieder Trommeln statt Neujahrsglocken. Statt Raketen waren meine importierten Wunderkerzen der Megahit. Am 1. traute ich mich dann das erste Mal seit Mitte November wieder ins Wasser. War aber noch etwas kalt, ich warte lieber bis das Thermometer über die 40°C steigt... Das ist stark komprimierten Bericht meiner Zeit hier. Zwischen den Zeilen gibt es noch viel mehr Tage mit Abenteuern wie Sifon säubern, Augsburger Puppenkiste schauen, das regelmäßige Ringen im Unterricht, oder mit dem Chor Salat mit den Händen essen. Womit also das Ende des Textes dem Anfang gleicht.
11.1.10 11:00
 


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