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Was sonst noch so passierte...

Sodele, damit der blog auch lebendig bleibt, muss ich mal wieder schreiben. Immerhin habe ich auch genügend Neues erlebt. Zum Beispiel habe ich das erste Mal in meinem Leben den Tag der deutschen Einheit gefeiert. Ja tatsächlich! Man stecke 30 Deutsche in eine mittelgroße Stadt in Kamerun und sie entwickeln plötzlich Nationalstolz. Alles war mit Hilfe diverser Fanartikel der letzten Fußball Events in Schwar-Rot-Gold geschmückt und der Kuchentisch begann sich schier zu biegen. Am Abend hieften sich die nun ziemlich kugelbäuchigen weißen Wesen wieder in ihre alten Jeeps oder knatterten auf Clandos davon. Auch ich habe meine erste Clando-Erfahrung nun hinter mir. Diese Gefährte, auch Moto genannt, sind eigentlich Motorräder, vom Klang her aber mehr Mofas. Die Fahrer tragen mehr oder weniger leuchtend gelbe Westen und belagern sämtliche Plätze, wo es einigermaßen viele Menschen gibt. Für umgerechnet 80 Cent kurvte ich also elegant zwischen den Schlaglöchern hindurch nach Maroua, ca. 20min Fahrt, wo sich unser kleiner FSJ-ler Haufen (7 junge, ambitionierte, mutige, reizende Weltenbummlerinnen und ein tapferer Geselle) traf um lustig zu palavern und sich am Kochen mit afrikanischen Zutaten zu versuchen (Mit Erfolg!). Für all jene nun sehr besorgten Verwandten (Motorradfahren ist ja so gefährlich!)- Ja das ist es wirklich. Bedenke man nur, dass einige Verkehrsteilnehmer noch Milchbart und Gelbschnabel tragen. Aber vorbildlich wie ich bin, konnte ich einen wunderhübschen, roten Helm mit Styroporpolster auftreiben. Und wenn man sich wagemutig bei Nacht vor das Krankenhaus begibt und dort unter einem Haufen Afrikaner zielstrebig den Chef findet, kann man sogar Motos organisieren, die Freunde in regnerischer Finsternis sicher nach Hause karren. Ansonsten ließ meine Gesundheit nach einer Malaria und einer miesen Erkältung (das ist nicht lustig, nur weil es hier warm ist) endlich zu, dass ich im Krankenhaus anfangen konnte. Ich kann nur sagen, dass wird mir noch eine große Herausforderung. Dachte ich bisher, ich könne Französisch einigermaßen gut verstehen, wurde ich nun Besserem belehrt: Falls das Französisch klingt wie in Frankreich, in der Umgebung niemand dauernd hustet, stöhnt oder gurgelt, niemand in Fulfulde dazwischen ruft, mein Gesprächspartner nicht gleichzeitig Verbände wechselt oder Tabletten austeilt und die Luft nicht nur ein warmer Brei aus Krankengeruch, Desinfektionsmittel, Körperflüssigkeiten und sonstigem ist, dann kann ich Französisch verstehen. Da diese Bedingungen schier unmöglich zu erfüllen sind, werde ich hier eine neue Sprache und auch Schrift lernen müssen, denn was da auf den Rezepten steht sind unmöglich lateinische Buchstaben. Da ich nebenher aber nur in noch drei anderen Sprachen kommunizieren muss, sollte das kein Problem darstellen. Wenn sich doch mal Zeichen eines Hirnknoten zeigen sollten, kann ich mich ja getrost zwischen die Patienten auf der Wartebank setzen und auf eine Sprechzeit, oder vielleicht eher Stammelzeit hoffen. Wer sich trotz dieser Zustände traut mit mir zu sprechen, kann es ja mal in Skype probieren. Dort heiße ich maaarike. Naja, aber eigentlich geht es mir hier immer noch ganz gut. Schließlich kann sich meine Zunge ja auch regelmäßig auf den schmerzlindernden Effekt von gutem Essen freuen. Wie heute Abend auf Kuchen und selbst gemachtes Eis. Und natürlich Kochbananen...
10.10.09 17:39
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


claudi gruhn (10.10.09 18:41)
what??? du hattest malaria!!! *shocked*!! und es gibt noch andere fsjler? 7 stück? wie cool ist das denn!! musst unbedingt mal was über die alle schreiben ist ja spannend freu mich was von dir zu lesen


ulrike (12.10.09 09:37)
Hallo Marike, es ist eine wonne dein Blog zulesen,eigendlich hasse ich kurz Geschichten , aber deine finde ich klasse. Das du Malaria hattest, hättest du mir auch so mal sagen können. Dann hätte ich dafür konkret gebetet.

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